Frisch aus dem Kraftfuttermischwerk: kompletter Schulabschluss singt einen Song von Sleipnir. Ein paar mehr Informationen gibts noch hier, Anfragen zu Stellungnahmen sind von offizieller und inoffizieller Seite schon rausgegangen. Was ist da los? Also ich meine, was muss da los sein, damit LehrerInnen und DirektorIn soetwas gutheißen, zulassen, dem Raum geben? Dass ein ganzer Jahrgang sowas geschlossen singt? Die Hintergründe sind noch sehr vage, ob und inwieweit dem eine Diskussion und Arbeit (inhaltlich wie vor allem bezüglich des Hintergrunds der Band) vorausgegangen ist, weiß man nicht. Sicherlich, das Lied ist textlich prollig, aber unverfänglich (obschon in seinem Onkelz-Abschieds-Singsang für eine 10 oder 12 Klasse deplatziert); die Band ist aber in keinster Weise als unverfänglich zu bezeichnen, sondern ganz klar auf rechter Seite zu verordnen. Schwerstens gruselig, vor allem die Kommentare desjenigen, der die Kamera hält. Da wird mir schlecht, wenn ich das sehe.
Update: es gibt nun eine Stellungnahme des Schulleiters auf (leider) Spiegel-Online. Haben wir nicht gekannt, keiner wusste es, es gab doch überhaupt kein Problem? Wenn ein Jahrgang einer öffentlichen und staatlich geförderten Bildungseinrichtung ein Lied eines rechtsradikalen Liedermachers schmettert, dann sehe zumindest ich das als Problem. Wenn da vorher nicht drüber diskutiert wurde, ist das ein Problem. Wenn vorher diskutiert wurde, und es passierte, ist dasnoch mehr ein Problem. Wenn niemand darauf achtet, was die Schüler machen, ist es ebenso ein Problem. Wenn alle Schüler ein Lied von Sleipnier als ihre Erinnerung für zehn Jahre Bildung (“Unsere Schule ist vehement gegen rechts, pflegt seit Jahren vielfältige Kontakte zu Partnerschulen im Ausland”) haben wollen – dann sehe ich das verdammt nochmal als ein Problem. Ich denke, dass man hier in erster Linie mit den Schülern sprechen sollte und zwar wie, was und warum es dazu kam, dass dieses so intoniert wurde und wie es dazu kam. Ich denke das wäre erst einmal das Wichtigste.